Aktueller Streckenverlauf

Legende:
blau = mit dem Rad unterwegs
grün = zu Fuß unterwegs
rot = mit dem Auto unterwegs

 

15. Juli 2017, Görlitz – Budapest, 707 km / Fahrzeit: 10 Stunden, 11 Minuten

Endlich ist es soweit. Der Tag, auf den sich alle die letzten Wochen akribisch vorbereitet hatten. Der Tag, der den Sommer jedes Einzelnen zu einem Abenteuer machen sollte. Der Tag, der unsere Rumänischkenntnisse verbessern sollte. Der Tag der Abreise. 14 waghalsige Sportlerinnen und Sportler starteten an diesem Samstagmorgen zur Dracula-Tour.

Um 7:30 Uhr traf der erste Bus, gesteuert von Eike, auf dem Parkplatz der Gutenbergschule in Niesky ein. Er und Ramona sammelten noch schnell Florian, Svenja und Isa ein und fuhren Richtung Görlitz. Dort trafen sich an der Flora schon der zweite Bus und der Rest der Reisegruppe.

Gegen 8:15 Uhr starteten dann zwei Busse und ein Anhänger voll mit den besten Fahrrädern gen Polen. Erster Stopp sollte die Tankstelle sein.

Doch das war einfacher gesagt als getan, denn die Görlitzer Altstadt wimmelt nur so von Baustellen und Umleitungen. Aber unser Eike manövrierte den Bus samt Hänger geschickt durch die engen Straßen.

Nach dem der Tank gefüllt wurde ging es über polnische Straßen nach Tschechien und anschließend in die Slowakei. An der slowakischen Grenze kauften wir schnell eine weitere Vignette und schon ging es weiter Richtung Ungarn. Etliche Pullerpausen weiter standen wir auch schon an der ungarischen Grenze, um erneut eine Vignette zu ergattern. Während Carola und Isa noch verzweifelt eine Toilette suchten, standen Ramona und Jörg an der nicht enden wollenden Schlange der Mautstelle an. Endlich an der Reihe, mussten sie sämtliche Angaben zu den Bussen und dem Anhänger machen und letztendlich über 95 Euro zahlen. Nun konnten wir auch die Schlaglöcher der, leider doch nicht vergoldeten, ungarischen Autobahnen mitnehmen.

Nach 707 km erreichten wir gegen 18:40 Uhr den Campingplatz in Budapest.

Schnell wurden die Busse ausgeladen, die Zelte aufgebaut und die Kartoffeln gekocht. Zum Abendbrot gab es traditionell Pellkartoffeln und Quark. Aufgrund eines drohenden Gewitters wurde auch noch geschickt der querdurch-Pavillon aufgestellt. Dieses zog aber an uns vorbei. Lediglich vereinzelte Regentropfen schafften es bis zur Erde. Vielleicht war es aber auch nur das herunterkommende Kerosin der Flugzeuge, die in dem benachbarten Flughafen landeten oder starteten und aller 20 Minuten im Tiefflug über unsere Köpfe segelten. Da der Weg des Campingplatzes ebenso gut beleuchtet war wie eine Rollbahn, kamen schon die ersten Ängste: verwirrte Piloten können unseren Schotterweg mit der Rollbahn verwechseln und ihre Jumbojets direkt vor unserem Zelteingang zu Boden bringen. Zum Glück waren aber alle Piloten Herr ihrer Sinne und steuerten den echten Flughafen an.

Nach dem Essen gab es die, traditionell von Ramona gehaltene, Bären-, Wolf-, Gewitter- und Zigeunerbelehrung. Kurz gesagt, es wird nichts angefasst und gestreichelt. Im Falle eines Gewitters ALLE Piercings raus (auch Intim) und sollte ein Bär kommen, beten und hoffen das er schon gegessen hat.

So ließen wir den ersten Abend entspannt ausklingen und ab 23:00 Uhr hörte man neben Flugzeug- und Güterzugverkehr (dessen Schienen natürlich auch direkt neben unserem Stellplatz verliefen) nur noch vereinzeltes Schnarchen aus den Zelten.

 

16. Juli 2017, Budapest – Sibiu, 561 km / Fahrzeit: 8 Stunden, 45 Minuten

Der heutige Tag begann für alle sehr entspannt. Okay, für fast alle. Erst wurden Ramona und Carola durch die Kälte der Nacht gezwungen die langen Unterhosen auszukramen. Als es dann endlich warm wurde, konnten sie dennoch nicht schlafen. Unbekannte krochen um die Zelte und rüttelten an den Fahrzeugen. Nachdem diese als der Sicherheitsdienst identifiziert wurden, der einfach nur mal checkte, ob beide Busse auch tatsächlich verschlossen sind, konnte der Schönheitsschlaf fortgesetzt werden.

Nach einem leckeren Frühstück ging es auch schon wieder ans Verstauen der Zelte, Isomatten und etwaigen Taschen und danach „back on the road“ durch die unendlichen Weiten der ungarischen Pampa.

An der rumänischen Grenze angelangt, wunderten sich schon alle, warum sich der Verkehr immer mehr staute. Der Grund wurde schnell entdeckt. Offene Grenzen? Nicht in Rumänien. Hier wird noch jeder einzelne Einreisende kontrolliert. Vereinzelt versuchten einige Zollbeamte die ankommenden Autos zu navigieren und in die richtige Spur einzuweisen. Leider geschah das, als sich alle Autofahrer ihre Spur schon selbst gesucht hatten. Aber egal, das machte den Beamten nichts aus. Hauptsache die Sonnenbrille (Standardausstattung der rumänischen Zollbeamten) sitzt perfekt auf der Nase.
Nach 45 Minuten Stop and Go an der Grenze wurden wir nun endlich in unser Zielland reingelassen. Alle dachten: „Nun können wir entspannt bis Sibiu durchrollen“. Doch da lagen wir falsch! Keine 10 Minuten später standen wir erneut auf einem Rastplatz, um eine rumänische Vignette zu ergattern. Und das heißt wieder 30 Minuten warten. 🙁 Das Tanken haben aufgrund der noch längeren Schlange auf den nächsten Rastplatz verschoben. Hier hat es nämlich nur 20 Minuten gedauert. 🙂

Der Rest der Fahrt ging dann „querdurch“ (e.V.!) die karge Landschaft Rumäniens. Über die holprige Autobahn fuhren wir an verlassenen Gebäuden und weitläufigen Feldern vorbei. Doch plötzlich endete die Autobahn. Aufgrund einer Baustelle mussten wir von nun an über kurvige Landstraßen weiterrollen.

Dann war es soweit! In Sibiu angelangt, fuhren wir gefühlte dreimal im Kreis, bevor wir gegen 15:40 Uhr das Hostel erreichten. Hier luden wir unsere Taschen aus und stellten schnell fest, dass sich unsere Herren der Schöpfung ihr 8-Bett-Zimmer mit einem uns fremden Asiaten teilen mussten. Vielleicht war er aber auch Chinese.

Nach dem Abendbrot, es gab leckere Nudeln mit Tomatensauce (made by Papa Mirakarloli), wurde es noch etwas kulturell. Wir durchstreiften die Eismeile Sibius. Zurück vom Eis essen, stinkend, vollgefuttert und erschöpft, stellten wir mit Erschrecken fest, dass es nur eine Dusche gab. Für 14 Leute! Gegen 23:30 Uhr kapitulierte auch der Letzte an der Duschwarteschlange und verschob seine Körperpflege auf den nächsten Morgen.

 

17. Juli 2017, Sibiu – Blăjel, 63,34 km

Die Freude auf das heutige Frühstücksbuffet, welches im Preis inklusive war, verflog an diesem Morgen sehr schnell. Beim Blick in die Küche sahen wir lediglich einige wenige lieblos auf den Tisch abgelegte Brotpackungen, ein Glas Marmelade, eine Packung rohe Eier und ein paar Cornflakes. Nach dem wir uns dennoch dank mitgebrachter Speisen die Bäuche vollgeschlagen hatten, konnte unser erster Radeltag auch schon starten. Es mussten lediglich alle Räder aus dem Hänger geladen und zusammengeschraubt werden, was unser Schrauber-Eike im Nu erledigte.

Unser heutiges Ziel war Blăjel in der Nähe von Mediaș. Während alle Radler ihre ersten Kilometer hinter sich legten, stellten Eike, Kathi und Jörg einen der beiden Busse samt dem Fahrradanhänger (danke an Radsport Oberlausitz) auf einen 10 Kilometer entfernten Campingplatz, dessen Parkplatz wir für den Zeitraum der Tour benutzen dürfen, ab.

Währenddessen verfuhren sich die Radler schon das erste Mal. Wobei verfahren so ein unschönes Wort ist. Eher wollten wir unsere Räder nur dem „Rumänischen Standard“ anpassen. Nach einigen Kilometern Schotterweg endete dieser plötzlich in einem riesigen Matschloch. Vorsichtig hindurchgefahren endete jedoch der Weg sehr bald mitten auf einer Schafsweide.

Da laut Karte an der Matschloch-Stelle eigentlich eine Kreuzung sein sollte, versuchten wir unser Glück und tasteten uns in voller Erwartung durch den Schlamm in eine andere Richtung vor. Wieder Fehlanzeige! Wir standen nun mitten im Wald. Also wieder kehrt und ein drittes Mal ab durch den Morast, den Schotterweg zurück auf die Hauptstraße. Während dieser Tortur übertünchten sich wir gleich mal die Marken unserer Fahrräder mit Matsch und Staub und machten sie damit Diebstahlsicher, denn wer will schon so ein verschlammtes Rad stehlen?!

Auf dem Weg zurück zur nächsten befestigten Straße begegneten wir auch einigen Einheimischen Kindern. Sie riefen uns „bluna“ zu, und Ramona antwortete mit demselben Wort. Aber wer weiß schon, was das auf Deutsch heißt? Als Reaktion darauf, bewarfen uns die Kinder mit Schottersteinen. Einer davon ging nur knapp an Ramonas Helm vorbei.
Danach wurde die Tour sehr eintönig. Blăjel war noch 55 Kilometer entfernt und diese fuhren wir auf der vielbefahrenen Bundesstraße. Woosch! Da rasten die LKWs nur so an uns vorbei. Wer sagt, Radfahren ist gesund, der hat noch nie gefühlte 1.000 Kilometer lang die Abgase der vorbeifahrenden Fahrzeuge eingeatmet.

Einige kleine Anstiege und dutzende Brummis später kamen wir an unserem Ziel an. Der Campingplatz war zwar nicht besonders groß, bot dafür einen perfekt gestutzten Rasen und einen Pool. Sogar die Zelte standen schon, was an unseren lieben David, Jörg und Kathi, die verletzungsbedingt nicht Radfahren darf, lag.
Keine 10 Minuten später begrüßte uns auch schon die Holländische Campingplatzbesitzerin mit einheimischen Schafskäse, selbstgemachtem Mirabellensirup und hochprozentigem Palinka.

Wir wissen nicht, ob es der Käse oder die Bratwürste, welche schon auf dem Grill brutzelten, waren, aber schnell kam die erste einheimische Omi zu uns. Mit geschnürter Schürze, perfekt sitzendem Kopftuch und Beeren bewaffnet, kam sie zielstrebig auf uns zu. Obwohl sie nur Rumänisch redete, blickten wir schnell, dass sie uns Aroniabeeren verkaufen wollte – ein vielgepriesenes Heilmittel gegen Diabetes. Ramona konnte deswegen einfach nicht nein sagen und kaufte ihr eine Packung ab. Nachdem wir noch weitere Beeren gegen Schafskäse und querdurch-Werbeartikel eintauschten, gab es für Ramona zum Dank noch schnell ein Kussi vom Leckermäulchen und wir konnten uns endlich unserem Abendbrot zuwenden.
Der Abend verlief danach sehr ruhig. Für einige Radler gab es noch ein paar Radler und muntere Gespräche. Aber schon bald war auch der letzte Erschöpfte in seinem Zelt verschwunden.

 

18. Juli 2017, Blăjel – Sighişoara, 56,08 km

Heute meinte es die Sonne wieder viel zu gut mit uns. Schon beim Beladen des Busses kamen die Ersten ins Schwitzen. Also kauften wir noch schnell 24 Liter Trinkwasser für umgerechnet 3,50 Euro. Mit aufgefüllten Wasservorräten ging es nun ab in das 40 Kilometer entfernte Sighişoara.
Doch schon nach wenigen Kilometern bekam Eike die erste von zwei Ermahnungen des Tages. Er fuhr als Letzter, träumte wohl etwas vor sich hin, verpasste zumindest die Abfahrt und fuhr schnurstracks weiter. Zum Glück endete dieser Weg recht bald auf einer Wiese, sodass er schnell wieder den richtigen Weg einschlug und zu uns Wartenden aufschloss. Kurz danach war dann die zweite Ermahnung fällig. Nun vorausfahrend, schoss er über die Abzweigung hinaus, und wir mussten ihn schnell hinterherradeln und einfangen.

Dann konnten wir unseren Weg über staubige Schotterpisten Richtung Dumbraveni, wo wir zu Mittag speisten, fortsetzen. Von hier aus waren es nur noch 10 km bis nach Sighişoara. Auf dem folgenden kurzen Stück über die Bundesstraße versuchten uns noch vier jugendliche Rollerskater vor einen vorbeirollenden LKW zu stoßen. Einen komischen Humor haben hier einige Wenige zuweilen.

Da Jörg und Eike den Tag zuvor mit Busfahren verbrachten, waren sie anscheinend noch nicht ganz ausglastet. So machten sie den Schluss noch einmal zu einer Abenteuerfahrt einen Berg hinauf zum Burg Hostel, unserer Unterkunft für die Nacht.

Leider konnten wir diese nicht sofort begutachten, denn kurz nach unserem Eintreffen gab es einen Stromausfall. Also schleppten wir erstmal im Dunkeln unsere Räder in den Keller und die Taschen hinauf in die verwinkelten Zimmer. Nachdem alle ihr Zimmer gefunden haben, hatte auch der herbeigerufene Techniker die Ursache für die Dunkelheit lokalisiert und behoben.

Für das Abendbrot mussten wir heute mal nicht kochen, denn wir durchstreiften die Stadt auf der Suche nach einer Gaststätte mit rumänischer Kost. Gefunden haben wir neben Dracula-Gulasch noch Pizza und Schnitzel mit Dönergemüse. Und dazu jede Menge Knoblauch!
Am Abend wurden unsere Barbesucher zudem noch mit einer rumänischen Folklore beglückt. Wir verstanden zwar kein einziges Wort, haben aber dennoch gern ein paar RON gespendet. Da Robert noch Hunger hatte, bestellte er sich noch eine rumänische Knoblauchsuppe. Dachte er! Der Kellner musste schon bei der Bestellung schmunzeln und der Grund dazu, kam schnell auf den Tisch. Statt einer Suppe im Brot orderte Robert sich einen Knoblauchdip. Ohne Brot! Ein „Enjoy“ des Kellners hätte die Aktion noch vervollständigt.

Trotz aller Belehrungen von Ramona konnte Isa nicht widerstehen, einen Hund, der die ganze Zeit um unsere Stühle schlich, zu streicheln. Zu ihrem und unserem Glück hatte er weder Tollwut noch Flöhe.

Gegen 23:00 Uhr kamen auch unsere Barbesucher in das Hostel eingetrudelt und schnell wurde es ruhig in Schäßburg.

 

19. Juli 2017, Sighişoara – Făgăraș, 66,66 km

Schweißgebadet wurden wir urplötzlich zu unchristlicher Zeit, um 4:32 Uhr war es wohl, durch die Entgleisungen des Stadtglöckners aus den Träumen gerissen. Für Isa war dies ein liebevolles Erwachen, denn Jörg verschwand gerade mit allen Pässen und Dokumenten, als die Gruppe gerade mit der Fähre einen See überqueren wollte. Ohne auf die Uhr zu gucken, konnten wir aus den mitgezählten, engelsgleichen Geläut die Uhrzeit 42:00 Uhr erkennen.
Als wir dann nach den folgenden Glockenschlägen um 7:28 Uhr aus den durchgelegenen Betten entstiegen, ging es an das allmorgendliche Ritual: Zähne putzen, Katze waschen und ab an den Frühstückstisch.

Gestärkt aber etwas dehydriert machten wir uns auf den Weg. Noch eine Runde um den Berg und ein kurzer Zwischenstopp beim Penny, zum Wassertanken, und los ging es nach Făgăraș. Die knapp 70 Kilometer und drei Anstiege hielten bis auf Isas Platten wenig Spektakuläres bereit. Das Strampeln ging bereits in Routine über, als wir plötzlich von einem gleißenden Licht erleuchtet wurden.

Immer schneller Strampelnd ging es den Abgrund hinab ins Licht, welches sich später als das güldene Dach der Stadtkathedrale entpuppte. Fast erblindet suchten wir das Pfarramt von Făgăraș. Ein kurzes Stoßgebet (Anruf) zum heiligen Robertus und schon schwebte Kathi mit ihren blonden Locken herbei und geleitete uns in die gesegneten Hallen des Pfarrers. Obwohl uns zwei riesige Quartiere zur Verfügung standen, übten wir uns in Mäßigung und nächtigten nur in einem der beiden Häuser.

Vorher verleiteten uns noch die göttlichen Schwingungen der angebauten Funkstation, alle angesammelten Straßenverkehrsordnungssünden, die an unseren schweißgetränkten Radlerhosen klebten, wieder reinzuwaschen. Doch das geistliche Instrument, die Waschmaschine, wollte trotz aller Gebete nicht funktionieren. Erst nachdem Karl die von Gottes Hand geschriebene Anleitung fand, konnte das Ritual der Waschung mit etwas „roher Gewalt und einer Prise Selbstbewusstsein“ vollzogen werden.

 

20. Juli 2017, Făgăraș – Brașov, 82,35 km

Ob es nun an den göttlichen Schwingungen des Funkmastes lag oder aber auch an dem nichtvorhandenen Hundegebell, die Nacht war für alle sehr erholsam.
Wohl noch mit etwas zu viel Schlafsand in den Augen versuchte sich Ramona am Brotschneiden und es kam, wie es kommen musste, sie rutschte mit dem scharfen Brotmesser ab und zog sich eine schwere Fleischwunde am linken Zeigefinger zu. Da diese sofort und professionell mit einem Smiley-Pflaster abgedeckt wurde, konnte schlimmeres vermieden werden. Welch ein Glück.

Die ersten Kilometer auf der Straße verliefen ohne Zwischenfälle – weder Pannen, noch Stürze. Nachdem wir die ersten 30 Kilometer hinter uns hatten, trafen wir uns in mit dem Begleitbus-Team in Șinca. Die heutige Mittagspause fand auf dem Parkplatz des wöchentlichen Markttages statt. Jeder, der nur irgendwie fortkommt, war hier anzutreffen. Einige davon auch mit Pferdefuhrweg. Neben unseren mitgebrachten Speisen schlemmten wir zudem Lángos mit ganz viiiieeeeel Knoblauch.

Gestärkt setzten wir unseren Weg fort, denn es lagen noch so einige Kilometer vor uns. Entlang eines Gebirgsbaches radelten wir durch eine bildschöne Landschaft mit vielen kleinen, verträumten Dörfern. Immer der Schotterstraße folgend, dauerte es nicht lange, bis uns die Hitze vom Fahrrad trieb und wir unsere Füße im kalten Bergwasser abkühlten. Isa nutzte die Gelegenheit und legte sich sogar komplett in das kühle Nass.
Immer noch auf dem Schotterweg unterwegs, holte Flori alles aus seinem Mountainbike heraus und sprang über jeden Stock und Stein. Es konnte dann nur eine der vielen Pfützen sein, die dem bunten Treiben ein Ende setzte. Die Revanche des Rades kam sodann: Unser zweite Tourplatten! Ehrlich gesagt, bisher nicht schlecht bei den „ausgezeichneten“ Straßenverhältnissen.

Auf der nun frisch geteerten Straße folgten noch einige Anstiege, bis uns endlich die langersehnte Abfahrt nach Vulcan bevorstand. Hier trafen wir zum zweiten Mal an diesem Tag mit unserem Busteam zusammen. In der hervorragend herausgesuchten Lokalität verspeisten wir erstmal fünf verschiedene Pizzen mit Knobisoße und Ketchup. Am schnellsten Weg war die Tonno, gefolgt von Quattro Formaggi, Salami, Prosciutto e Funghi und zum Schluss Capricciosa.
Gestärkt vom Essen erhöhten wir unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf den letzten Kilometern noch einmal von 19 km/h um 3 km/h. Um nicht durch das Militärgebiet zu fahren, wichen wir kurz auf die vielbefahrene Bundesstraße aus und meisterten gekonnt eine Baustelle (bei roter Ampelphase), um anschließend wieder auf unsere liebgewonnene Schotterpiste zu gelangen.

Mit Maximalgeschwindigkeit erreichten wir Brașov. Von nun an drosselten wir der Fußgänger zu liebe auf Schrittgeschwindigkeit bis zu unserer Unterkunft. Geschafft wollten wir nur noch unsere Räder irgendwo abstellen, aber die kleine Grünfläche im Hinterhof wurde von einer energischen Rassekaninchenzüchterin vehement verteidigt. Um das wertvolle Hasenfutter aus jungen Erdbeerpflanzen und Löwenzahn nicht zu zertrampeln, teilten wir unser umfangreiches Radequipment in zwei 7er Gruppen auf. Eine für jede Futterfläche. Und nur zwei Personen durften die Schlösser anschließen. Echt deutsche Verhältnisse.

Nachdem wir die vier geräumigen Luxusapartments bezogen haben, ging es noch einmal in die Stadt. Der Rezeptionist empfahl uns ein Restaurant, in dem wir in den Genuss der rumänischen Küche kommen sollten. Nur leider vergaß Jörg auf dem Weg dahin den Namen der Gaststätte und so landeten wir letztendlich in einem teuren Nobelrestaurant (vielleicht doch Absicht?), wo wir trotz Jogginghose und Poloshirt bedient wurden. Eigentlich fehlten bei unserem Outfit nur noch das Goldkettchen und die „Deutsche und Albaner“-Uhr.

 

21. Juli 2017, Brașov – Bran, 33,79 km

Heute war laut WHO der internationale Diabetestag. Passend dazu gab es zum Frühstück frisch zubereitete Pfannkuchen, bestrichen mit Nutella und Banane. Dazu ein leckeres Rosinen- oder Mohnbrötchen und zum krönenden Abschluss eine Vanillepuddingschnecke. Leider mussten wir unsere Medizin gegen Diabetes, die Aroniabeeren, vor ein paar Tagen wegschmeißen. So schlemmten wir auch ohne Wundermittel munter weiter, in der Hoffnung, nicht insulinpflichtig zu werden.

Auf die Strecke freuten sich insgeheim schon viele, denn es waren eigentlich nur 30 Kilometer angesetzt – ohne große Berge oder Hindernisse. Da diese Strecke unserem Mirakarloli wohl zu eintönig erschien, schickte er uns prompt über dem nächstgelegenen Berg. Auf 979 Metern über dem Meeresspiegel konnten wir allerdings eine wunderschöne Aussicht über das Naturschutzgebiet genießen. Und schon ging es die Schotterpiste auch wieder hinab, dachten wir! Denn schon nach der zweiten Abfahrt kam erneut ein Anstieg. Doch auch diesen meisterten wir problemlos.
Endlich wieder Asphalt unter den Rädern missachteten wir auch gleich die Verkehrsordnung. Trotz des Verbotes für Kutschen, Traktoren und Zweiräder fuhren wir entlang der Bundesstraße nach Bran.

Gegen 14:45 Uhr erreichten wir den Campingplatz „Vampire Camping“, wo uns Jörg und Kathi mit saftiger Melone empfingen. Da unser Platz leider kein schattiges Plätzchen aufwies, waren wir bis 17:00 Uhr zum Nichtstun gezwungen und chillten genüsslich in der Sonne. So konnte sich auch Kathi ihre Alibi-Fahrradbräune abholen. Die Zelte bauten wir aufgrund der starken Sonneneinstrahlung und Hitze erst zum Abend auf, da sonst der Nylonstoff geschmolzen wäre.

Zum Abend brachen wir zum Schloss Bran auf um Graf Dracula persönlich zu begrüßen. Alsbald hielt uns der Schlosszaun um die noch offene Kasse auf. 50 Lei pro Person wären ein angemessener Preis um noch ein schönes Musical im Burghof anzugucken. Nur heute und ja wirklich ganz besonders günstig! Wir verzichteten freundlich und suchten uns ein Schlupfloch im Zaun um doch noch an das begehrte Gruppenfoto vor der Burg zu kommen.

 

22. Juli 2017, Bran – Câmpulung, 61,35 km

Im tiefsten Bärengebiet und in weiser Voraussicht auf ein drohendes Unheil auf dem Dracula-Campingplatz waren bei einigen Radlern die Sensoren besonders geschärft. So entging ihnen dann auch nicht das nächtliche Paarungsritual zweier Dorfkatzen, die vermeintlich als ultra-gemeingefährliche, tollwütige Mega-Waschbären identifiziert wurden, die es nur auf uns abgesehen haben. Ab da an, wurde die Nacht sehr kurz, besonders als der Sensenmann gegen 4:30 Uhr kam und für seine Hasen bis um 7:00 Uhr Futter gehauen hat.

Der Morgen begann für die Ausgeschlafenen mal wieder wie jeder andere Morgen, mit jeder Menge Sonnenschein und Hitze. In falscher Sicherheit gewogen, verbannten einige ihre Regenkleidung aus der Radtasche. Doch dies sollten sie im Laufe des Tages noch bereuen, denn die Handyapp sagte schon am Morgen Gewitter vorher.

Zum Frühstück wurde noch schnell der heutige Streckenverlauf diskutiert. Zur Auswahl standen 60 Kilometer vielbefahrende Bundesstraße oder eine Umgehungsstraße, welche allerdings Höhen von über 2.300 Metern bereithielt. Ganz klar entschieden wir uns für die Bundesstraße!
Noch in Bran kämpften wir uns die ersten Serpentinen hoch. Zwei Stunden später erreichten wir den höchsten Punkt der Etappe mit 1.250 Metern Höhe. Noch schien die Sonne. Schnell ein Zwischenstopp in einer heruntergekommenen Raststätte, die statt zehn Portionen Pommes für uns leider nur warme Cola und Chips offerierte. Von uns unbemerkt braute sich im Tal das angekündigte Gewitter bereits zusammen. Die ersten kleinen Regentropfen ließen uns allerdings noch kalt und naiv rollten wir ins Tal hinab. Innerhalb von Sekunden verwandelten sie sich jedoch in einen ausgewachsenen Regenguss mit vielzackigen Blitzen und lautem Donnergrollen.

Das Gewitter zwang uns zu einer Zwangspause in einem kleinen Dorfladen, denn alle Piercings zu entfernen hätte zu lange gedauert. Jede Menge Süßigkeiten und sieben Kaffee versüßten uns das Warten.

Nachdem alle Kaffees geleert waren und der Regen nachließ, schwangen wir uns zurück auf den Sattel. Doch zu früh gefreut. Nach 100 Meter begann es erneut zu schütten. Unsere neue Zwischenstation war das Vordach einer geschlossenen Touri-Info. Der digitale Infopoint bedurfte jedoch einer dringenden Reparatur durch unser IT-Support-Team Eike und Flori, um uns mit wertvollen Informationen zu versorgen. Nach etwas Drücken hier und Schalten dort, ertönte der Windows-Willkommensbildschirm und das System lief auf Hochtouren. Doch leider war das WLAN-Kabel in dieses Internet nicht eingesteckt und damit war die Maschine für uns nutzlos. Es ging weiter.

An der Blitzeinschlagsgefährdeten Stelle machten wir erneut Pause um die Glückspilze unter uns mit dem Bus mit nach Câmpulung zu befördern. Für den Rest ging es weiter durch die gewittergeschwängerte, knisternde Luft. Ramona verzichtete freiwillig auf ihre metallversehenen Klicker um nicht vom Blitz getroffen zu werden. Die örtliche Brombeermafia ließ das Wetter aber vollkommen kalt und versuchte unablässig bei den zahlreichen roten Baustellenampeln uns ihr mühsam gesammeltes Gut zu vertickern. Um unser Leben bedacht, mussten wir jedoch alle Ampeln missachten und weiterradeln. Wir holten das Letzte aus unseren Waden und Svenja sogar aus ihren Knien. Es lagen nämlich noch einige Berge vor uns. Neben einigen verliefen Starkstromkabel, die uns unsere Härchen zu Berge stehen ließen.

Nach mehreren Zwangspausen kamen wir endlich in die Nähe von Câmpulung. Neben einem großen metallenen Kalkmischwerk pausierten wir nochmal in einer heruntergekommenen Dorfkneipe um das Vorbeiziehen der letzten Gewitterwolken abzuwarten. Da uns dies zu lange dauerte, brausten wir wieder los. Unterwegs fing es urplötzlich an stark aus allen Kübeln zu schütten. In voller Fahrt wurde blitzartig ein „Stopp“ signalisiert. Verschwommen sahen wir, wie eine Kuh ihren Weg zur Melkmaschine antrat und dabei den Zebrasteifen über unsere Fahrspur nutze. Wenigstens die Kühe sind vorbildlich und halten sich an die Straßenverkehrsordnung.

Im Elitetennisclub zwischen den Slums von Câmpulung residierten wir fast fürstlich. Lediglich die Sanitäranlagen bedurften einer Renovierung. Aber egal, es gab erstmal handgefilterten Kaffee zur Feier der Ankunft! Ganz stilecht gebraut unter einer KFZ-Rettungsdecke. Natürlich die kühlende Seite (gold) nach oben.

 

23. Juli 2017, Câmpulung – Transfăgărășan, 68,79 km

Unsere Essensreste vom vorabendlichen Schmaus ließen wir über Nacht nichtsahnend draußen liegen. Doch mit dem Nachfolgenden konnte niemand rechnen. Eigentlich war alles sicher verpackt, doch die Höllenhunde von Câmpulung kannten kein Halten und nahmen die Herausforderung dankend an. Nachdem die letzte Klinke ins Schloss fiel, zerfleischten sie ihre Beute. Für uns begann der Morgen dadurch mit Müllsammeln. Zum Leidwesen von Eike ließen sie die mühsam geschälten Kartoffelschalen links liegen. Wählerisches Pack!

Die heutige Strecke führte entlang der Bundesstraße DN71C, wobei das wohl für Dirt, Nixlosda und Country stand und das anscheinend 71 Kilometer lang. Denn der, man konnte es noch nicht mal mehr Weg nennen, führte durch Flüsse, Matschlöcher und Kuhdung. So konnten wir die Anti-Diebstahlsicherung aus Dreck und Staub gleich wieder erneuern, denn die Alte wurde ja bei dem gestrigen Gewitterschauer abgewaschen. Bei diesen hervorragenden Straßenverhältnissen schafften wir die ersten 9 Kilometer in rekordverdächtigen 60 Minuten.

Bei dieser Actionstrecke versuchte sich auch Flori wieder am Mountainbiken. Er fuhr durch ein stark begrastes Stück Land und prompt kam die zweite Revanche seines Bikes: Sämtliche Wurzeln und Gräser verfingen sich in seiner Schaltung und diese ähnelte sogleich einem fahrbaren Kräutergarten.
Nach dieser Tortur haben wir uns was Gutes verdient. Spontan wurde am nächsten Kiosk gehalten und es gab für alle kühle Cola. Begleitet von einer, aus dem Autoradio plärrenden, indisch klingenden Musik schlürften wir unser Erfrischungsgetränk und weiter ging es!

Endlich wieder Teer unter den Rädern wies uns das Verkehrsschild darauf hin, dass uns auf den nächsten zwei Kilometern eine Steigung von leichten 8 % bevorstand. Für uns ja schon fast pillepalle. Doch anscheinend gibt es in Rumänien nur dieses eine Schild, denn die Steigung schwankt von 2 % bis gefühlte 15 %. Nach mehreren Aufs und Abs, immer mit einer Steigung von 8 %, kam die erste große Fahrradpanne. Der Bowdenzug von Marius Bremse gab den Geist auf und so stoppte er am letzten Abstieg nur noch mit der Kraft seiner Rückbremse. Zum Glück war das nächste Dorf nur noch wenige Meter entfernt. Beim nächstbesten Dorfladen versuchten wir uns an der Reparatur des Bikes, welches wir aber schnell wieder verwarfen. So riefen wir unseren Schrauber-Eike, unseren heutigen Busfahrer an, um Rad und Radler abzuholen. Die Wartezeit versüßten wir uns mit einer frisch gekauften Melone und Eis. Allerdings waren die wenigen schattigen Plätze des Ladens bereits von den Dorfbewohnern okkupiert und so entschlossen wir uns, ein Stücken weiterzurollen.

Schnell fanden wir einen geeigneten Rastplatz, denn nur wenige hundert Meter weiter fand ein heiteres Dorffest statt. Nachdem uns der Polizist einen Platz zum Räder abstellen zuwies, mischten wir uns unter das Partyvolk. Neben heiterer Folkloremusik gab es frisch gegrillte Steaks und verschiedenste Würste, die natürlich alle sofort probiert werden mussten.
Nachdem Eike das kaputte Fahrrad verstaute, lud er noch zwei weitere geschaffte Radler ein. Die heutigen Berge hatten es echt in sich. Da der Bus nur noch zwei freie Plätze hatte, musste es sich Carola im „Kofferraum“ bequem machen. Zwischen Fahrrädern zur rechten und der Kiste mit dem Essen zur linken konnte ja quasi nichts mehr passieren.

15 Kilometer weiter erblickten wir ein Schild, welches den Anfang unseres Passes markierte. Schnell wurde ein fremder Radler gebeten, ein Foto von uns zu machen. Nach vielen verschiedenen Posings des Fotografen, welcher dabei noch fast von einem Auto überfahren wurde, hatten wir sage und schreibe ein Foto im Kasten.

Doch die Hitze und die damit verbundene Anstrengung forderte ihr nächstes Opfer. Isa musste mit „Kreislauf“ zehn Kilometer vor dem Ziel von Eike eingesammelt werden. Ramona kam zur Sicherheit auch gleich mit. So erreichten am Ende des Tages nur noch 6 Radler das Ziel: Eine kleine Berghütte direkt an der vielbefahrenen Passstraße, vor der wir unsere Zelte aufschlugen. Freundlicherweise wies uns der Besitzer noch darauf hin, dass wir mitten im Bärengebiet campten.

Doch Angst vor Bären brauchte eigentlich keiner haben, denn das Grundstück wurde von einem Hund bewacht, dessen Wohlwollen wir mit Reis und Geschnetzeltem erkauften. So hatte es uns der Besitzer geraten. Entgegen aller Belehrungen war Ramona mit eine der Ersten, die den Hund nicht nur fütterte, sondern sogar streichelte.

Geschafft von der heutigen Etappe kehrte schnell Ruhe ins Camp ein. Alle hofften insgeheim in der Nacht nicht von einem Bären oder den wilden Hunden gefressen zu werden.

Also liebe Leser, sollte der Blog nicht weitergeführt werden, wurden wir höchstwahrscheinlich aufgefressen. Vielen Danks fürs Lesen. Euer Social Media-Team Jörg und Isa.

 

24. Juli 2017, Transfăgărășan (Hanul Voievozilor) – Transfăgărășan (Cabana Dara), 45,82 km

Wir wurden nicht gefressen! Zum Glück hatte der Bär schon Abendbrot gegessen und niemand wurde im Schlaf überfallen und verspeist.
Wie die letzten Tage ging es heute so gut wie nur nach oben. Nachdem wir uns die ersten sechs Kilometer den Berg hinaufkämpften, erreichten wir das erste Zwischenziel. Der Stausee Lacul Vidraru liegt auf 908 Metern Höhe und ist über eine tolle Auffahrt durch tiefe Schluchten zu erreichen.
Auf den nachfolgenden 30 Kilometern ging es etwas entspannter zu. Vereinzelte Anstiege wechselten sich mit langen Abfahrten ab. Doch danach folgten nochmal zehn Kilometer pure Anstrengung mit langen Anstiegen und kurzen Abfahrten. Auf 1.196 Meter Höhe erreichte gegen 13:30 Uhr auch der letzte geschaffte Radler die Unterkunft.

Zum Glück hatte das heutige Busteam, bestehend aus Ramona, David und Kathi, das Gepäck schon in die Herberge geschleppt. Denn so wie wir eingetroffen waren, fing es aus Kannen an zu schütten. Das plötzliche Berggewitter ging nach zehn Minuten sogar in Hagel über. Das hätte auf dem Rad echt weh getan.
Mit Erschrecken stellten wir beim Beziehen der Zimmer fest, dass es für 14 Personen nur 12 Betten gab. Die Stärksten unter uns verzichteten freiwillig auf ihren Bettplatz und schlugen ihr Nachtlager auf den Boden auf. Manch ein Schlafplatz ähnelte in den kleinen Räumen allerdings eher einer Müllhalde.
Das schlechte Wetter zwang uns dann schließlich, den Nachmittag mit Chillen zu verbringen. Während einige ihre Gemüter bei einer Partie Rommee erhitzten, holten andere ihren wohlverdienten Mittagsschlaf nach.

Auf Eikes Nachfrage verrieten uns die Anwohner, dass im nächsten Dorf ein Supermarkt sei. So machte er sich zusammen mit David und Karl auf, die Gegend mit dem Bus zu erkunden. Der Rest wartete in der Unterkunft. Und wartete. Und wartete. Und auch nach anderthalb Stunden kam der Bus nicht in die Einfahrt gerollt.

Hungrig beschlossen die Übriggebliebenen in die nächste Gaststätte einzukehren um dort ein leckeres „Muschi Pork“ zu verzehren. Kaum waren die Getränke bestellt, raste der ehemals weiße Bus schlammverschmiert an dem Biergarten vorbei. Wir ahnten schon das Schlimmste, als das Busteam sich grinsend zu uns an den Tisch setzte. David war der Erste, der die Wahrheit preisgab: Statt in die nächste Stadt zu fahren, probierten die Drei sämtliche Schleichwege durch die rumänische Bergwelt aus. Dabei habe er „Todesangst“ gehabt, denn die beiden haben wohl so einige Schlaglöcher mitgenommen.

Während wir uns unser „Muschi Pork“ aßen, welches sich übrigens als schweineschnitzelähnliches Fleischstück entpuppte, planten wir die morgige Wanderstrecke. David fragte nebenbei, ob wir den Bus zum Wandern nehmen. Nachdem wir dies verneinten, verspeiste Marius noch schnell die letzte Weißbrotschnitte mit Käptschuppt und vollgefressen gingen wir zurück zur Unterkunft, wo wir den Abend entspannt ausklingen ließen.

 

25. Juli 2017, Transfăgărășan (Cabana Dara) – Negoiu, 10,23 km

Trotz einer gewittrigen Nacht schliefen heute alle mal aus. Alle, bis auf Karl. Er war schon gegen 7:30 Uhr auf den Beinen. Der Grund: Er wollte die letzten 15 Kilometer der Passstraße jetzt schon bezwingen.
Die anderen Fahrräder ruhten sich dafür heute aus. Nicht so unsere Beine. Auf den Plan stand die Wanderung zum zweithöchsten Berges Rumäniens, dem Negoiu.

Um 10:00 Uhr starteten wir gut gelaunt und mit Sonnenschein im Gesicht. Doch unsere Euphorie verflog sehr schnell, als wir den ausgeschilderten Wanderweg entdeckten. Dieser war, wie in fast ganz Rumänien, einfach nur eine Schotterpiste. So schlängelten wir uns an losen Geröllsteinen entlang immer bergauf.

Eine halbe Stunde später endete unser Weg plötzlich inmitten einem reißenden Strom, den wir waghalsig überqueren mussten. Doch die Überquerung war gar nicht so einfach. Die eigentliche Brücke, bestehend aus drei umgekippten Bäumen, war defekt und außerdem sehr glitschig. So blieb uns nichts Anderes übrig, als barfuß das eiskalte Wasser zu durchwaten. Lediglich Flori flutschte über die Brücke.
Das Hexenhaus, welches wir bald darauf erreichten, war leider verlassen. Weiter ging es durch Pfifferlingskolonien. Wer dachte, den schwersten Teil der Wanderung hätten wir bereits hinter uns, der irrte. Denn die Wegweiser schickte uns gnadenlos weiter hinauf. Über Stock und Stein kämpften wir uns Meter für Meter empor.

Doch als nach zwei Stunden immer noch kein Gipfel in Sicht war, beschlossen die Vernünftigen unter uns wieder umzukehren. Selbst David hätte zu diesem Zeitpunkt lieber Langeweile gehabt, statt den Berg weiter hochzukraxeln. Also machten sich nur noch die übriggebliebenen acht hartgesottenen Wanderer auf nach oben.

Nach einer weiteren Stunde Hardcore-Wandern, ohne eigentlichem Ziel vor Augen, veränderte sich die Wetterlage dramatisch. Plötzlich zogen sich tiefschwarze Gewitterwolken um uns zusammen. Die Bergkuppen und Grate um uns herum waren inzwischen nicht mehr zu erkennen. Getrieben von der Angst, in luftiger Höhe vom Blitz getroffen zu werden, schlugen wir schleunigst den Rückweg ein – darauf hoffend, die schützende Hütte trocken zu erreichen.
Doch die Hoffnung verflog schnell. Nach den ersten drohenden Donnerschlägen begann es zu nieseln. Schon bald darauf verwandelte sich der leichte Niederschlag in einen starken, lang andauernden Regenguss. Der anfänglich bestiegene Schotterweg war nun nicht mehr wieder zu erkennen. Innerhalb von Sekunden rauschten viele Liter Wasser den Abhang hinunter. Durchgefroren und nass bis auf die Schlübbor erreichten wir die Unterkunft.
Den Abend verbrachten wir mal wieder mit Rommee. Die freundlichen Monchhichis ließen sich von uns nicht beirren und gingen ihrem Tagwerk nach: Rauchen, Zwei Meter bewegen, Blutdruckmessen, etwas Essen und alles wieder von vorn.

Schon um 22:00 Uhr kehrte bei uns Ruhe ein und bald darauf hörte man nur noch vereinzelt das Klicken der Feuerzeuge und Surren des RR-Messegerätes.

 

26. Juli 2017, Transfăgărășan (Cabana Dara) – Cârța, 52,11 km

Heute stand uns das vermeintlich schwerste Stück der Tour bevor: Die letzten 1.000 Höhenmeter des Passes wollten bezwungen werden. Daher war das Frühstück für alle üppig dimensioniert. Einzig Robert hielt seine strikte Milchdiät treu ein – 200 ml müssen zum Frühstück einfach genügen, um Körper und Geist auf Touren zu bringen.

Hochmotiviert machten wir uns gegen 9:30 Uhr auf die Straße. Schnell noch ein paar Beweisfotos vor dem Transfăgărășan-Schild und etwas Luft auf die Reifen aufgepumpt, kämpften wir uns anschließend die wahrscheinlich 8 %-steile Strecke Meter um Meter, vorbei an Schluchten sowie kleinen und großen Wasserfällen, die Serpentinen hinauf.
Kurz vor der mit 2.042 Metern höchsten Stelle der gesamten Tour, dem zugleich höchstgelegenen und längsten Tunnel Rumäniens, pausierten wir und genossen Melone, Sonnenschein und Rosensorbet. Letzteres hatte Jörg zusammen mit einem Apfel unterwegs teuer erstanden. Zumindest war das dem Telefonat zu entnehmen, welches der Verkäufer sofort nach dem Kauf führte und in dem er sich köstlich über die Preise der verkauften Dinge amüsierte.

Mit aufgesetzten Stirnlampen, eingeschalteten Dynamos und unserem Safety Car im Rücken ging es nun weiter durch den schlecht beleuchteten Bâlea-Tunnel. Geschafft! Kurz oberhalb des Bâlea-Sees erreichten wir dessen Ende und pausierten auf dem sich anschließenden Touri-Rastplatz. Hier gab es richtig gute Stärkung für uns: Leckere Hot Dogs, Hamburger sowie köstliche Blaubeer-Crêpes mit und ohne Schokolade. Außerdem konnte natürlich jede Menge Krimskrams angefasst, ausprobiert und auch gekauft werden.
Als der Parkplatzbesitzer bemerkte, dass wir unsere Räder ohne zu zahlen geparkt hatten, sattelten wir wieder auf. Zudem trübte sich das Wetter ein. Vor uns lagen nun sehr viele Abfahrtsmeter. Den Großteil davon konnten wir noch nicht einmal sehen, da die Straße in den Wolken verschwand. Dick eingepackt posierten wir noch für ein letztes Gruppenbild und fuhren in die Wolken hinein. Ein tolles Erlebnis, wenn auch ganz schön kalt!

Wieder auf 400 Meter über Null angekommen, kehrten wir in einer auf dem Weg gelegenen Unterkunft ein und genossen wärmenden Kaffee und heiße Schokolade. Als uns später auffiel, wie sich die Gerüche im Raum durch unsere Anwesenheit zur einer gefährlichen Ohnmachtswolke aufstauten, traten wir vorsichtshalber den Weiterweg an. Von hier aus waren es nur noch zehn Kilometer.

Der heutige Campingplatz war wieder sehr schön gelegen und bot für uns alles Notwendige: WLAN, perfekte Duschen und Toiletten, eine Waschküche und vor allem genügend Platz auf tollem Rasen um unsere Zelte aufzustellen, zu kochen und die Wäsche zu trocknen. Beim Bloggen trafen wir noch einen deutschen Wanderer, der sogleich unsere mitgeführte Bärenglocke abkaufte – möge sie ihm in den Bergen genauso viel Glück bringen, wie uns.

Nach dem Essen ging es dann auch für alle in die Federn. Einzig die Camp-Katze ist länger wachgeblieben, da sie unser restliches Chili con Carne aufgefuttert hat.

 

27. Juli 2017, Cârța – Sibiu, 61,9 km

Heute ging es zurück ins Basecamp!

Alle freuten sich auf eine kurze Etappe, doch es kam anders. Bereits nach wenigen Metern mussten wir kehrtmachen, da die eingezeichnete Fähre in der Realität tief im Bach eingesunken war und wahrscheinlich nur noch mit vereinter Kraft von zehn Traktoren hätte bewegt werden können. Kurz darauf probierten wir den „Damm“ und überquerten die wackeligste und rostigste Fußgänger-Hängebrücke Rumäniens. Lediglich die neuen Schrauben in den alten Brettern verrieten, dass hier noch vor Kurzem Menschen gearbeitet haben mussten und damit auch für uns die Überquerung des Flusses Olt kein Problem sein sollte.

Das sich anschließende Stück Weg war wesentlich ungefährlicher (wenn man nicht in die Dornen am Wegesrand fuhr), dafür aber umso schlammiger, sodass unsere Bikes bereits nach wenigen Metern wieder komplett dreckig waren. Doch die bunt blühenden Wiesen hellten unsere Stimmung auf. Eike hätte am liebsten einen Bienenwagen hier geparkt.
Da wir für die ersten zehn Kilometer mal wieder unendlich lang unterwegs waren und die Aussicht auf fahrbare Wege nicht besser wurde, schwenkten wir über eine Staumauer für die nächsten 15 km auf die Bundesstraße DN1 ein. Isas MTB freute sich anscheinend gar nicht darüber und pfiff bald aus dem letzten Reifen. Doch Chefmechaniker Eike behob den Platten schnell. Im Anschluss ging es auf gemütlichen Straßen leicht bergauf und -ab Richtung Sibiu.

Kathi und Robert hatten zu dieser Zeit bereits schon längst Freizeit, denn sie fuhren nur eine Stunde hierher. Nach ihrer Ankunft besuchten sie deshalb ein wiederaufgebautes, traditionelles, rumänisches Dorf und bestaunten alte Bräuche und Darbietungen. Auch die Schulbank wurde nochmal gedrückt.
Unterdessen war auch die Radgruppe in Sibiu angelangt. Kurz vor dem Ziel ereilte Jörgs neues Rad dann doch die erste Panne. Der Freilauf war kaputt, was Freizeit für ihn und David bedeutete, bis Robert eintraf, um sie einzusammeln. Der Rest wurde sicher von Karl die letzten fünf Kilometer durch die Stadt ans Ziel geleitet.
Jetzt hieß es, Zimmer beziehen, Stadtfein machen, den geparkten Bus samt Hänger abholen und alles soweit wie möglich für die morgige Rückfahrt vorbereiten. Als alle Arbeiten gemacht waren, ging es mit dem Shuttle-Service „Wetzstein & Berthold“ in die große Stadt zum Schlemmen.

Es dauerte nicht lange bis wir uns in einem schönen rustikalen Kellergewölbe wiederfanden. Der Trank ließ auch nicht lange auf sich warten, die Speisen aber sehr. Deshalb spielten wir „Ich packe meinen Servierwagen und nehme mit…“. Auf den Wagen kamen in folgender Reihenfolge: Döner (Isa), Bratwurst (Ramona), Schokotorte (Carola), Lavacake (Kathi), Gummibärchen (Annika), Salamipizza ohne Oliven (Svenja), Knoblauchdipp (Flori), Schnitzel mit Ketchup (David), Apfelstrudel mit Eis (Karl), Broilerkeule (Robert), Tsatsiki (Marius), Tiramisu (Juri), Bananensplit-Torte (Lara) und Beljasch (Eike).

Zum Glück kam das Essen dann doch noch, wenn auch kalt. Da aber so ein fünf Sterneessen natürlich einen ausgewachsenen Radlermagen nicht vollständig füllt, gab es für die noch hungrigen, im Wachstum befindlichen Sportler einige Baby-Döner für zwei Euro das Stück bei Super Mamma. Danach gings dann auch schon zurück ins Hotel zum Wohlverdienten Schlaf in richtigen Betten. 🙂

 

28. Juli 2017, Sibiu – Budapest, 561 km

Es geht ein Stückchen Richtung Heimat. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Keller traten wir um 09:00 Uhr die erste Etappe unserer langen Heimreise an.
Für so eine lange Busfahrt nimmt man sich am besten ein Kissen mit, denn das Sinnvollste, was man dabei machen kann, ist schlafen, schlafen und schlafen. Die Fotos sprechen für sich.

Gerade die Grenze zu Ungarn war mal wieder richtig einschläfernd. Unser Schläfer an Board ließ sich von der vielen Warterei jedoch nicht beirren und steuerte das weiße Gefährt zielsicher durch die gründlichste Kontrolle aller Zeiten: Ein kurzer Blick auf die Pässe. Äh nein, doch lieber nicht darauf gucken. Noch ein kurzes Gespräch mit den anderen Kollegen, dann schnell mal in den Kofferraum geguckt oder eigentlich daran vorbeigeschaut und schnell weitergewunken. Beim schwarzen Bus erübrigte sich die Kontrolle gänzlich und ein Vorzeigen der Pässe genügte für die Weiterreise.

Ungefähr 100 km vor Budapest wurden wir dann doch noch einmal aus dem Schlaf gerissen, als wir zu einem Unfall dazukamen. Zwei Autos haben sich auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite ineinander verkeilt. Prompt hieß es Erste Hilfe zu leisten. Kathi, Isa und Karl machten sich direkt auf zu den Verletzten, versorgten sie und brachten sie sicher zu dem Grünstreifen neben unseren Bus, wo der Rest der Gruppe sich weiter um sie kümmerte. Als die Rettungskräfte eingetroffen waren, alle Verletzten abtransportiert und der Verkehr geregelt wurde, war es für uns Zeit weiterzufahren.

Zum späten Nachmittag kamen wir mit getrübter Stimmung in Budapest an. Der bei unserem ersten Aufenthalt in der Stadt noch fast leere Camping war nun bis zum Bersten gefüllt mit Wohnwagen. Der Grund: Formel 1 und Schwimm-WM fanden gleichzeitig am morgigen Sonntag hier statt. Mit etwas Glück fand dennoch jeder etwas Grün zwischen dem ganzen Staub auf das er sein Zelt aufbauen konnte.

 

29. Juli 2017, Budapest, ca. 60 km

Diesen morgen machten wir uns „ganz zeitig“ auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Doch leider nützt das Beeilen alles nichts, wenn die richtige Bahn nicht kommt und dann auch noch von der falschen Seite abfährt. In Ungarn herrscht wohl Linksverkehr. Dann sollte es eben mit dem nächsten Bus weitergehen. Leider fehlten uns hierfür noch die nötigen Forint an Bargeld. Also wieder ausgestiegen, zum Spar gelaufen, Geld abgehoben und ab zurück zur Bushalte. Der jetzige Busfahrer war dafür äußerst nett und nahm uns kostenfrei die beiden Stationen bis zum Umstiegsplatz mit. Hier konnten wir nun endlich unser Bahnfahren offiziell machen und die nötigen Tickets erwerben.
Im Zentrum angekommen, stiegen wir gleich in die Big Bus Tour-Linie um, setzen uns Kopfhörer auf und lauschten den Erzählungen während wir gemütlich durch die Stadt chauffiert wurden. Tourist sein, kann so schön sein.

Als besonderes Highlight von Budapest wurden die Markthallen beworben, da man hier noch traditionelle, ungarische Gerichte probieren kann. Deshalb sollte das auch unser nächster Halt werden. Irgendwie wusste aber jeder andere Tourist bereits von dieser Örtlichkeit und dementsprechend groß war das Gedränge im Inneren. Damit jeder seine Geschmacksknospen befriedigen konnte, teilten wir uns daher auf. Für die einen gab es den besten Lángos der Stadt, für die anderen Döner und für wieder andere die wahrscheinlich normalsten Nudeln der Welt.

Nach dem Essen konnte jeder bis 16:30 Uhr die Stadt für sich erkunden. Einige nutzen die Freizeit für Bildung und besuchten das auf TripAdvisor angepriesene Terrormuseum. Andere dagegen bummelten auf der Souvenirmeile entlang und fanden den größten und glitzernsten Kitsch im staubigsten Shop der Stadt. Nebenbei begegneten wir der immer stärker werdenden Hitze mit Eiskaffee und kalter Cola und erfrischten uns an den kühlen Brunnen der Stadt.

Am Treffpunkt Oper angelangt, war es wie einen Sack Flöhe hüten – jeder verteilt sich irgendwo: Jörg musste noch auf die Toilette, während Robert und Annika noch etwas besorgen wollten. Und so kam es wie es kommen musste: das Duo verlor den Anschluss, während der Rest der Gruppe sich bereits auf den Weg zur nächsten Bushalte machte. Aber der Suchtrupp fand sie recht bald wieder und so konnten wir gemeinsam auf den nächsten Big Bus warten. Dieser brachte uns in die Nähe der Margareteninsel, wo das Public Viewing für die Schwimm-WM aufgebaut war. Nach dem ersten Schreck über die bevorstehende Taschenkontrolle waren wir froh, ohne große Probleme auf das Gelände gekommen zu sein. Vor allem David freute sich darüber, nicht ins Gefängnis zu müssen, da er sein Taschenmesser dabeihatte.

Vor Ort knüpfte Robert schnelle neue Bekanntschaft und likte alle möglichen Firmen um an die heiß begehrten Werbegeschenke zukommen. Gerade die ungarischen Badekappen hatten es ihm angetan. Diese entpuppten sich jedoch bei näherer Betrachtung als Autospiegel-Überzieher.

Kurz vor Sonnenuntergang verließen wir das Gelände vorbei an den hereinströmenden Schwimmfans, um noch einige Bilder des Parlaments und der Donau bei bestem Licht zu machen. Danach teilten wir uns wieder in Gruppen auf. Die ersten gingen bereits zurück zum Campingplatz, um dort zu kochen. Die anderen entschieden sich für Fastfood und schlenderten noch etwas länger durch Budapest. Als der Hunger schließlich stark genug war, kehrten wir bei KFC ein. Irgendwie wirkten die Verkäuferinnen nicht so begeistert von uns, da sie jetzt ins Englische wechseln mussten. Dennoch haben wir alle unser Essen bekommen und jeder wurde richtig satt.

Im Anschluss nahm die U18-Fraktion mit den Laufmüden den Rückweg zum Zeltplatz in Angriff. Lediglich Robi, Lara und Juri stiegen bei zunehmender Dunkelheit noch auf den Gellértberg hinauf zur Freiheitsstatue. Von hier oben hatten wir einen herrlichen Überblick über Budapest mit seinen hellerleuchteten Wahrzeichen.

 

30. Juli 2017, Budapest – Görlitz, 707 km

Der Abreisetag und die Sitzplätze im Bus waren am Vortag bereits straff durchgeplant worden und so konnten wir nach einem kurzen Frühstück schnell den Campingplatz verlassen. Ein kurzer Halt bei Spar versorgte uns noch mit allem Nötigen für die Fahrt: Chips, Cola und Schokolade. Und so ging die Reise durch Ungarn, die Slowakei, Tschechien und Deutschland auch schon los.

Wie bereits bei den anderen langen Auto-Etappen wurde die Reisezeit hauptsächlich verschlafen. Gerade auch die heißen Temperaturen ließen kaum etwas Anderes zu, als sich so wenig wie möglich zu bewegen, um nicht ins Schwitzen zu geraten. Jede Pullerpause mit frischer Luft war daher sehr willkommen.

Nichts desto trotz kamen wir sehr schnell voran und erreichten gegen 17:30 Uhr Görlitz.

Und schon waren wieder zwei gesellige und erlebnisreiche Wochen rum – Wirklich schade. Auf baldiges Wiedersehen hoffend, lasst es Euch gut gehen und genießt immer schön die Zeit.

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Schweiß und Blut für Dracula – querdurch Transsilvanien

Anlässlich der 10-jährigen EU-Mitgliedschaft möchten wir im Sommer des Jubliumsjahres 2017 mit euch zusammen Rumänien entdecken.

Genauer gesagt möchten wir mit euch „Transsilvanien“, das mitten in Rumänien gelegene und von den Bergen der Karparten umschlossene, landschaftlich großartige Reise-Kleinod bereisen. „Transsilvanien“, das auf die ursprüngliche Bezeichnung „Jenseits der Wälder“ zurückgeht, war und ist wie kein anderes Land von Legenden und Mythen umrankt – auch längst bevor man es in der ganzen Welt mit heulenden Wölfen und Draculas spitzen Eckzähnen zu assoziieren begann. Einer der Höhepunkte unserer Tour ist daher der Besuch des Dracula-Schlosses Bran an einem der Übergänge über die Südkarpaten.
Weiterhin erwarten uns die Fagarschen Berge, ein imposantes und felsiges Hochgebirge mit Gipfeln bis über 2.500 m und einer atemberaubenden Passstraße sowie die unvergleichlichen Karpatenwälder mit ihren glasklaren Mineralquellen und ihrer artenreichen Tierwelt. Diese bewaldten Berge sind noch echte Urwälder und die Heimat von über einem Drittel aller europäischen Wölfe, Bären und Luchse.

 

Unsere Tour durch verträumte Dörfer, charmante Städte und atemberaubende Landschaften verspricht vor allem eins zu werden: Ein unvergessliches Abenteuer. Doch macht euch am besten selbst ein Bild davon!

Die Wegpunkte

Unsere Reiseleiterin Ramona hat im Internet eine tolle Tour gefunden, die die Basis für unser Sommer-Bike-Camp bildet.

Datum Start Ziel Strecke
15.07.2017 Görlitz Budapest 690 km
16.07.2017 Budapest Sibiu 560 km
17.07.2017 Sibiu Blăjel 65 km
18.07.2017 Blăjel Sighişoara 40 km
19.07.2017 Sighişoara Făgăraș 70 km
20.07.2017 Făgăraș Brașov 70 km
21.07.2017 Brașov Bran 30 km
22.07.2017 Bran Câmpulung 60 km
23.07.2017 Câmpulung Transfăgărășan 70 km
24.07.2017 Transfăgărășan Transfăgărășan 50 km
25.07.2017 Transfăgărășan Transfăgărășan 0 km
26.07.2017 Transfăgărășan Cârța 50 km
27.07.2017 Cârța Sibiu 55 km
28.07.2017 Sibiu Budapest 560 km
29.07.2017 Budapest Budapest 0 km
30.07.2017 Budapest Görlitz 690 km

Wichtige Punkte

  • Begrenzte Teilnehmerzahl von 16 Personen.
  • Kosten: Teilnehmer ohne eigenem Einkommen bezahlen 390,00 Euro und Teilnehmer mit eigenem Einkommen 420,00 Euro.
  • Zeitraum: 15.07. – 30.07.2017
  • Empfohlene Impfungen: FSME (wg. Zecken; in Sachsen kostenfrei)
  • Empfohlene Ausstattung: Eigenes Zelt; Pfefferspray oder Ultraschallgerät gegen Hunde

Mehr Informationen

Wir danken allen Institutionen für ihre Unterstützung. Die Förderer von „Schweiß und Blut für Dracula – querdurch Transsilvanien“ sind:

RadsportOberlausitz
Radsport Oberlausitz
www.radsport-oberlausitz.de
   
  Rainer Kindermann Transportunternehmen
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Edeka Rothenburg
www.edeka.de
   
AutohausSchnieber
Autohaus J. Schnieber
www.schnieber.mehrmarken.de
  • querdurch e.V.

    querdurch e.V. ist DER Sportverein für attraktive Angebote in der Lausitz. Wir bieten Dir regelmäßige Trainingseinheiten, Aktivreisen, außergewöhnliche Jugendbegegnungen sowie Unterstützung bei ausgefallenen Wettkämpfen.

  • Schnappschüsse

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